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Format 50 cm breit, 41 cm hoch Blattanzahl 12 Monatsblätter und Titelblatt Bonus plus 4 zusätzlichen Blättern mit Geschichten und weiteren Bildern Farbe schwarz-weiss Kalendarium für 2019 in deutscher Sprache mit bundes- deutschen und hessischen Feiertagen Verarbeitung 200g-Papier, matt gestrichen Wire-O-Bindung in schwarz mit festem, weissem Rückwand-Karton einzeln verpackt Preis 26,00 € inkl. MwSt Ein Teil des Verkaufserlöses geht an das Stadtarchiv Wiesbaden. Verkaufsstellen
Wiesbaden Stadt.Geschichte.Leben. Jeder Monat ein Bild. Jedes Bild eine Geschichte.
Die Kuckucksuhr: Es war ein Coup. Es bleibt eine Attrappe. Wie alt schätzen Sie die Existenz der “größten Kuckucksuhr der Welt” in Wiesbaden? Erstaunlicherweise wurde sie erst 1946 von dem Souvenirverkäufer Emil Kronenberger an der Burgstraße aufgestellt. Dort befanden sich bis in die 1950er Jahre hinein provisorische Verkaufs-Bretterbuden, Marktständen vergleichbar. Kuckucksuhren waren als Souvenir begehrt, Herr Kronenberger verkaufte u.a. auch Uhren. Um auf sich aufmerksam zu machen, schmückte er also die vorhandene Bretterbude mit Geweih, Applikationen und Zifferblatt. Fertig war die Schaufenster-Dekoration. Anfang der 1950iger Jahre erhielt die Kuckucks- uhr den Bezeichnungsschutz "Die größte Kuckucksuhr der Welt". Der Schutz mag bestehen, ist aber in der Realität nicht (mehr) zu halten - zudem sie nie ein Uhrwerk besaß. Aussage und Standort mögen weiterhin schlüssig erscheinen.
Dezember Die Brunnen vor dem Kurhaus. Immer im Bild - nie erwähnt. Erbaut wurden die beiden Kaskaden-Brunnen 1856 von einem Sohn der Stadt. Theodor Goetz (1806-1885) studierte Architektur in München und wurde Oberbaurat in Wiesbaden. Von ihm stammen auch das “Paulinenschlößchen” und die “Englische Kirche”. Die Brunnen waren nahezu ein “Abfallprodukt” des sogenannten “Fontänen-Projekts”. Christian Zais, der Erbauer des “Alten Kurhauses”, wollte zu dem Kurhaus (wir denken Rückseite) eine Fontäne errichten. Die Abfolge verschiedenster Umstände wie Feldzüge gegen Napoleon, optimistische Berechnungen des Wasserdrucks, der Tod Zais, die (Neu)-Gestaltung des Kurhaus-Weihers ließen die Errichtung der Fontäne bis 1855 währen. Das
Kommen Sie gut ins Neue Jahr!
Gegenüber, auf dem Monatstitel und rechts (im Text) zu sehen, dieser disparat anmutende Flecken Wiesbadener Erde, ist das Gelände des ehemaligen Hotels “Vier Jahreszeiten”. Eines der Ersten Häuser am Platze und im Krieg völlig zerstört. Auf dem Bild rechts sehen Sie die Straße “An den Quellen”, rechts geht es zur Webergasse. In den Neubau von 1959, den wir heute kennen, zog im selben Jahr die Buchhandlung Vaternahm mit Claus und Erika Vaternahm ein. Die Zeltstadt auf dem Monatstitel ist übrigens (nur) eine Ausstellung für Camping! Das Wirtschaftswunder hatte begonnen.
Oktober - Wiedereröffung der Spielbank. Glücks-Spiel! Kaum zu glauben, oder? Nicht die Weltkriege ließen den Spielbetrieb so lange pausieren, nein es war die preußische Regierung. Nach Annexion des Herzogtums Hessen-Nassau durch Preußen 1866 und mit Inkrafttreten eines Gesetzes des Norddeutschen Bundes zur Schließung der Spielbetriebe im selben Jahr, gewährte man Wiesbaden eine Übergangsfrist bis 1872. Dann war Schluss mit dem Spielbetrieb - und Wiesbaden hatte eine Attraktion und eine Einnahmequelle weniger. Denn an die Einnahmen hatte man sich gerne gewöhnt und für eine Weltkurstadt gehörte ein Casino ja ohnehin einfach dazu. In diesem Zusammenhang ist vielleicht der Umstand von Bedeutung, dass Otto von Bismarck 1834 als Referendar ein kleines Vermögen in Wiesbaden verspielt hat. Der Vollständigkeit halber: Die Nazi-Herrschaft erlaubte 1933 das Glücksspiel wieder, doch Wiesbaden erhielt keine Konzession. In dieser Einführung stecken bereits alle Aspekte, Sehnsüchte und Begehrlichkeiten, die sich um das Glücks-Spiel ranken. Ohne Glücks-Spiel wären Kunst, Literatur, Malerei und Film um ein wichtiges, da menschliches Thema, ärmer - und das Gemeinwesen auch. Der Mensch jedoch ist um eine Anfechtung reicher. Mit einem Wort: Faszination! Folgen Sie den Exkursen in unseren Alltag, Kunst und Wissenschaft. Es begann in Wiesbaden am 31.01.1771: Joseph Negrell erhielt die Konzession für das Hasardspiel. “Hazard”, ein altenglisches Würfelspiel, war zunächst das angesagte Würfel-Glücksspiel des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Name “Hazard” stammt von dem arabischen “yasara” für würfeln und bedeutet Risiko, Wagnis oder Zufall, das französische “Hasard” terminiert ohne Umschweife “Zufall” als Bedeutung. Denn ein (reines) Glücks-Spiel ist per Definition ein Spiel, auf dessen Ausgang der Spieler keinerlei Einfluss hat. Damit sind wir bei dem ersten Wort, das im allgemeinen Sprachgebrauch zu finden ist: ein Hasardeur. Es bezeichnet einen Menschen, der abenteuerlustig ist, ja das Glück herausfordert. Der Versuch, den Zufall zu überlisten, rief die Wahrscheinlichkeitsberechnung auf den Plan. Ein früher Vertreter war Galileo Galilei, als Geburtsstunde können im 17. Jhd. die Arbeiten von Blaise Pascal oder Pierre de Fermat gesehen werden. Die Pacht von 1771 i.H.v. 200 fl. (Florint/Gulden) wurden für das Waisenhaus, Hospital und die Gerichtskasse verwendet. Es gab keinen festen Ort für das Spiel, der Pächter Negrell zog mit seinem mobilen Spieltisch in den vornehmen Hotels und Cafés umher. Später kamen das u.a. das Pharaospiel, ein Karten-Glücksspiel, hinzu. Pharao/Phara/Pharaon war im Europa des 17. und 18. Jhd. das beliebteste und verbreiteteste Karten-Glücksspiel. Wir nehmen es zum Anlass, jetzt in Literatur, Musiktheater und Film einzusteigen: Das Spiel findet sich in Werken u.a. von Casanova und ET.A. Hofmann sowie Opern wie Pique Dame, Hoffmann´s Erzählungen und Manon. Emigranten brachten das Spiel nach Amerika, wo es unter dem Namen “Faro” besonders im Wilden Westen Menschen fesselte. Das zeigt sich in Puccinis Oper “La Fanciulla del West” und - aktueller - in Stanley Kubricks Film “Barry Lyndon”. Auch, wenn Pharao kaum noch gespielt wird, sind uns einige Ansagen aus dem Spielverlauf heute als Redewendungen vertraut: “Paroli bieten” oder “va banque spielen”. 1782 kam das Roulette Spiel nach Wiesbaden, dazu “Trente et quarante”, ein Karten-Glücksspiel, welches 1867 in Dostojewski´s Roman “Der Spieler” Erwähnung findet. Diese Geschichte muss einem Wiesbadener kaum gesagt werden - machen wir es also kurz: Fjodor Dostojewski weilte in Wiesbaden, verspielte seinen Vorschuss, musste rasch liefern, schrieb in 24 Tagen den Roman “Der Spieler”, verliebte sich in die Stenografin, große Liebe mit Heirat. Wiesbaden kann fast sicher sein, mit der fiktive Stadt “Roulettenburg” gemeint zu sein. Immerhin konnte Dostojewski seiner Spielsucht zehn Jahre später in Wiesbaden überwinden. Gibt es einen James-Bond-Film ohne eine Roulette-Szene? Fallen Ihnen nicht auch aus dem Stand fünf Filme oder Romane ein, in denen es um Glücks-Spiel, sei es Roulette oder Karten, geht? Glücksspiel-Schulden konnten/können nicht gerichtlich eingeklagt werden, daher der Begriff “Spielschulden sind Ehrenschulden”. So ließ sich leicht eine Wendung in der Dramaturgie durch Duell, Freitod oder Auswanderung etc. herbeiführen: Große Lieben blieben unerfüllt, Ehen bestanden fort, Karrieren endeten oder begannen... Mit dem Bau des “Alten Kurhauses” 1810 konnte das Glücks-Spiel ein stationäres und der Bedeutung für Mensch und Welt- Kurstadt angemessenes Ambiente finden. Zugleich wollte man mit Monopol und Kontrolle der Spielsucht begegnen, eine Gefahr, die man durchaus früh gesehen hat; aber natürlich ebenso umfassend Überblick und Zugriff auf die Einnahmen erlangen. Es folgten gute Jahre - insbesondere zum Wohle der Stadt. Brachte die Pacht doch anfangs schon 11.000 fl./Jahr ein, betrug bis 1865 der Reingewinn im Durchschnitt 565.126 fl. im Jahr. 2016 lag der Bruttospielbetrag bei 31 Millionen Euro/Jahr und damit an vierter Stelle der bundesdeutschen Spielbanken, 80% davon gehen an Stadt und Land. Am 29.10.1948 wurde die Spielbank im Foyer des Staatstheaters wieder-eröffnet, 1955 übersiedelte sie ins Kurhaus, zunächst in den Christian-Zais-Saal, 1984 in den ehemaligen Weinsaal. Es war kein Wieder-Einzug: Denn der Spielbetrieb wurde 1872 im Alten Kurhaus beendet. Gleichwohl gilt ihr Ruf, reicht ihre Geschichte - begründet auf die Spanne von 101 Jahren, nämlich von 1771 bis 1872. In der Zeit nach ihrer Wiedereröffnung - und nach 78 Jahren Pause! - gelang es der Spielbank Wiesbaden ihren Ruf zurückzuerobern und auszubauen. Nicht zuletzt wegen der unvergleichlichen Atmosphäre des Hauses sowie des Genius loci.
Wasser kam aus einem Reservoir auf der Schönen Aussicht, welches zur Wasserversorgung des Paulinenschlößchens (s.o.!) angelegt worden war - und reichte für das Betreiben der beiden wunderschönen dreischaligen Kaskaden-Brunnen, sodaß deren Installation 1856 erfolgen konnte. Außerdem ging es darum, diesen so prominenten Platz optisch und à la mode zu etwas mehr Üppigkeit zu verhelfen. Der schlichte, doch großzügig wirkende, Rasen verschwand, opulente Blumenrabatte und kleine Wege wurden um die beiden Brunnen angelegt. Die aktuelle Begrünung entspricht wieder mehr dem alten Vorbild. Und es steht zu vermuten, dass unsere beiden Kaskaden-Brunnen der Patin Fontäne in Sachen Fotomotiv und Wiedererkennungswert längst den Rang abgelaufen haben.
Der Kalender erzählt in außergewöhnlichen schwarz-weiss Fotografien Geschichten aus Wiesbaden der letzten 120 Jahre. Zugleich zeigt seine Bilder-Auswahl Vergangenes und Verlorenes aus dem Stadtbild Wiesbadens. Zu jedem Monat, zu jeder Fotografie finden Sie eine Geschichte und meist zusätzliche, ergänzende Fotos. Dabei möchte der Kalender unterhalten, nicht belehren, gar wissenschaftlich wirken. 2019 greift der Kalender aus gegebenem Anlaß das Kureck auf und zeigt es im Bild der letzten 109 Jahre. Ein weiteres Thema ist die Spielbank, die nach 78 Jahren am 29.10.1948 wiedereröffnet wurde. Zehn weitere Motive und Geschichten kommen hinzu. Lassen Sie sich von diesem Kalender durch das Jahr 2019 begleiten und entdecken Sie Ihre Stadt neu. Auch als Geschenk für Weggezogene, Zugezogene oder Wiesbaden verbundene Freunde in der Ferne ist der Kalender eine schöne Sache.
März
Alle Bilder: Stadtarchiv Wiesbaden. Dankeschön!
Wiesbaden-Kalender-2019-Bowling Green Wiesbaden-Kalender 2019-Kureck Wiesbaden-Kalender 2019-Kirchgasse Wiesbaden-Kalender-2019-Kleinfeldchen Wiesbaden-Kalender-2019-historisch Kalender-Wiesbaden 2019-historisch Wiesbaden-Kalender 2019-Spielbank Wiesbaden-Kalender 2019 Wiesbaden-Kalender 2019-historisch Wiesbaden-historisch-Kalender 2019 Wiesbaden-historisch-Kalender-2019 Wiesbaden-historisch-Kalender 2019 Wiesbaden-Platz der Deutschen Einheit Kalender-Wiesbaden-2019-Faulbrunnen 2019-Wiesbaden-historisch-Kalender Wiesbaden-historisch-Kalender 2019 Wiesbaden-Kalender 2019-Kuckucksuhr
Die Erwähnung im Sensor Wiesbaden Ausgabe Dezember/Januar 2018, Seite 38: Wir freuen uns!
Die Erwähnung im Wiesbadener Kurier am 14.12.2018: Wir freuen uns!
Ausverkauft. Schade für Sie. Schön für uns. Herzlichen Dank an alle KäuferInnen und BuchhändlerInnen. Die Kalender für 2020 sind ab Oktober 2019 im Handel. Bleiben Sie uns gewogen!
Wiesbaden-Kalender 2019 Stadt.Geschichte.Leben. Jeder Monat ein Bild. Jedes Bild eine Geschichte.
Übersicht Stadt.Geschichte.Leben.
Kommen Sie gut ins Neue Jahr!
Der Kalender erzählt in außergewöhnlichen schwarz-weiss Fotografien Geschichten aus Wiesbaden der letzten 120 Jahre. Zugleich zeigt seine Bilder-Auswahl Vergangenes und Verlorenes aus dem Stadtbild Wiesbadens. Zu jedem Monat, zu jeder Fotografie finden Sie eine Geschichte und meist zusätzliche, ergänzende Fotos. Dabei möchte der Kalender unterhalten, nicht belehren, gar wissenschaftlich wirken. 2019 greift der Kalender aus gegebenem Anlaß das Kureck auf und zeigt es im Bild der letzten 109 Jahre. Ein weiteres Thema ist die Spielbank, die nach 78 Jahren am 29.10.1948 wiedereröffnet wurde. Zehn weitere Motive und Geschichten kommen hinzu. Lassen Sie sich von diesem Kalender durch das Jahr 2019 begleiten und entdecken Sie Ihre Stadt neu. Auch als Geschenk für Weggezogene, Zuge- zogene oder Wiesbaden verbundene Freunde in der Ferne ist der Kalender eine schöne Sache.
Format 50 cm breit, 41 cm hoch Blattanzahl 12 Monatsblätter und Titelblatt Bonus plus 4 zusätzlichen Blättern mit Geschichten und weiteren Bildern Farbe schwarz-weiss Kalendarium für 2019 in deutscher Sprache mit bundesdeutschen und hessischen Feiertagen Verarbeitung 200g-Papier, matt gestrichen Wire-O-Bindung in schwarz mit festem, weissem Rückwand- Karton, einzeln verpackt Preis 26,00 € inkl. MwSt Ein Teil des Verkaufserlöses geht an das Stadtarchiv Wiesbaden. Verkaufsstellen bei den “6-Richtigen”, dem Zusammenschluss inhabergeführter Buchhand- lungen in Wiesbaden. Sowie in der Goldgasse, in Bierstadt und Niedernhausen.
März Die Kuckucksuhr: Es war ein Coup. Es bleibt eine Attrappe. Wie alt schätzen Sie die Existenz der “größten Kuckucksuhr der Welt” in Wiesbaden? Erstaunlicherweise wurde sie erst 1946 von dem Souvenirverkäufer Emil Kronenberger an der Burgstraße aufgestellt. Dort befanden sich bis in die 1950er Jahre hinein provisorische Verkaufs-Bretterbuden, Marktständen vergleichbar. Kuckucksuhren waren als Souvenir begehrt, Herr Kronenberger verkaufte u.a. auch Uhren. Um auf sich aufmerksam zu machen, schmückte er also die vorhandene Bretterbude mit Geweih, Applikationen und Zifferblatt. Fertig war die Schaufenster-Dekoration. Anfang der 1950iger Jahre erhielt die Kuckucks-uhr den Bezeichnungsschutz "Die größte Kuckucksuhr der Welt". Der Schutz mag bestehen, ist aber in der Realität nicht (mehr) zu halten - zudem sie nie ein Uhrwerk besaß. Aussage und Standort mögen weiterhin schlüssig erscheinen. Gegenüber, auf dem Monatstitel und rechts zu sehen, dieser disparat anmutende Flecken Wiesbadener Erde, ist das Gelände des ehemaligen Hotels “Vier Jahreszeiten”. Eines der Ersten Häuser am Platze und im Krieg völlig zerstört. Auf dem Bild rechts sehen Sie die Straße “An den Quellen”, rechts geht es zur Webergasse. In den Neubau von 1959, den wir heute kennen, zog im selben Jahr die Buchhandlung Vaternahm mit Claus und Erika Vaternahm ein. Die Zeltstadt auf dem Monatstitel ist übrigens (nur) eine Ausstellung für Camping! Das Wirtschaftswunder hatte begonnen.
Oktober Wiedereröffung der Spielbank. Glücks-Spiel! Kaum zu glauben, oder? Nicht die Weltkriege ließen den Spielbetrieb so lange pausieren, nein es war die preußische Regierung. Nach Annexion des Herzogtums Hessen-Nassau durch Preußen 1866 und mit Inkrafttreten eines Gesetzes des Norddeutschen Bundes zur Schließung der Spielbetriebe im selben Jahr, gewährte man Wiesbaden eine Übergangsfrist bis 1872. Dann war Schluss mit dem Spielbetrieb - und Wiesbaden hatte eine Attraktion und eine Einnahmequelle weniger. Denn an die Einnahmen hatte man sich gerne gewöhnt und für eine Weltkurstadt gehörte ein Casino ja ohnehin einfach dazu. In diesem Zusammenhang ist vielleicht der Umstand von Bedeutung, dass Otto von Bismarck 1834 als Referendar ein kleines Vermögen in Wiesbaden verspielt hat. Der Vollständigkeit halber: Die Nazi-Herrschaft erlaubte 1933 das Glücksspiel wieder, doch Wiesbaden erhielt keine Konzession. In dieser Einführung stecken bereits alle Aspekte, Sehnsüchte und Begehrlichkeiten, die sich um das Glücks-Spiel ranken. Ohne Glücks-Spiel wären Kunst, Literatur, Malerei und Film um ein wichtiges, da menschliches Thema, ärmer - und das Gemeinwesen auch. Der Mensch jedoch ist um eine Anfechtung reicher. Mit einem Wort: Faszination! Folgen Sie den Exkursen in unseren Alltag, Kunst und Wissenschaft. Es begann in Wiesbaden am 31.01.1771: Joseph Negrell erhielt die Konzession für das Hasardspiel. “Hazard”, ein altenglisches Würfelspiel, war zunächst das angesagte Würfel-Glücksspiel des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Name “Hazard” stammt von dem arabischen “yasara” für würfeln und bedeutet Risiko, Wagnis oder Zufall, das französische “Hasard” terminiert ohne Umschweife “Zufall” als Bedeutung. Denn ein (reines) Glücks-Spiel ist per Definition ein Spiel, auf dessen Ausgang der Spieler keinerlei Einfluss hat. Damit sind wir bei dem ersten Wort, das im allgemeinen Sprachgebrauch zu finden ist: ein Hasardeur. Es bezeichnet einen Menschen, der abenteuerlustig ist, ja das Glück herausfordert. Der Versuch, den Zufall zu überlisten, rief die Wahrscheinlichkeitsberechnung auf den Plan. Ein früher Vertreter war Galileo Galilei, als Geburtsstunde können im 17. Jhd. die Arbeiten von Blaise Pascal oder Pierre de Fermat gesehen werden. Die Pacht von 1771 i.H.v. 200 fl. (Florint/Gulden) wurden für das Waisenhaus, Hospital und die Gerichtskasse verwendet. Es gab keinen festen Ort für das Spiel, der Pächter Negrell zog mit seinem mobilen Spieltisch in den vornehmen Hotels und Cafés umher. Später kamen das u.a. das Pharaospiel, ein Karten- Glücksspiel, hinzu. Pharao/Phara/Pharaon war im Europa des 17. und 18. Jhd. das beliebteste und verbreiteteste Karten-Glücksspiel. Wir nehmen es zum Anlass, jetzt in Literatur, Musiktheater und Film einzusteigen: Das Spiel findet sich in Werken u.a. von Casanova und ET.A. Hofmann sowie Opern wie Pique Dame, Hoffmann´s Erzählungen und Manon. Emigranten brachten das Spiel nach Amerika, wo es unter dem Namen “Faro” besonders im Wilden Westen Menschen fesselte. Das zeigt sich in Puccinis Oper “La Fanciulla del West” und - aktueller - in Stanley Kubricks Film “Barry Lyndon”. Auch, wenn Pharao kaum noch gespielt wird, sind uns einige Ansagen aus dem Spielverlauf heute als Redewendungen vertraut: “Paroli bieten” oder “va banque spielen”. 1782 kam das Roulette Spiel nach Wiesbaden, dazu “Trente et quarante”, ein Karten-Glücksspiel, welches 1867 in Dostojewski´s Roman “Der Spieler” Erwähnung findet. Diese Geschichte muss einem Wiesbadener kaum gesagt werden - machen wir es also kurz: Fjodor Dostojewski weilte in Wiesbaden, verspielte seinen Vorschuss, musste rasch liefern, schrieb in 24 Tagen den Roman “Der Spieler”, verliebte sich in die Stenografin, große Liebe mit Heirat. Wiesbaden kann fast sicher sein, mit der fiktive Stadt “Roulettenburg” gemeint zu sein. Immerhin konnte Dostojewski seiner Spielsucht zehn Jahre später in Wiesbaden überwinden. Gibt es einen James-Bond-Film ohne eine Roulette-Szene? Fallen Ihnen nicht auch aus dem Stand fünf Filme oder Romane ein, in denen es um Glücks-Spiel, sei es Roulette oder Karten, geht? Glücksspiel-Schulden konnten/können nicht gerichtlich eingeklagt werden, daher der Begriff “Spielschulden sind Ehrenschulden”. So ließ sich leicht eine Wendung in der Dramaturgie durch Duell, Freitod oder Auswanderung etc. herbeiführen: Große Lieben blieben unerfüllt, Ehen bestanden fort, Karrieren endeten oder begannen... Mit dem Bau des “Alten Kurhauses” 1810 konnte das Glücks-Spiel ein stationäres und der Bedeutung für Mensch und Welt-Kurstadt angemessenes Ambiente finden. Zugleich wollte man mit Monopol und Kontrolle der Spielsucht begegnen, eine Gefahr, die man durchaus früh gesehen hat; aber natürlich ebenso umfassend Überblick und Zugriff auf die Einnahmen erlangen. Es folgten gute Jahre - insbesondere zum Wohle der Stadt. Brachte die Pacht doch anfangs schon 11.000 fl./Jahr ein, betrug bis 1865 der Reingewinn im Durchschnitt 565.126 fl. im Jahr. 2016 lag der Bruttospielbetrag bei 31 Millionen Euro/Jahr und damit an vierter Stelle der bundesdeutschen Spielbanken, 80% davon gehen an Stadt und Land. Am 29.10.1948 wurde die Spielbank im Foyer des Staatstheaters wieder-eröffnet, 1955 übersiedelte sie ins Kurhaus, zunächst in den Christian-Zais-Saal, 1984 in den ehemaligen Weinsaal. Es war kein Wieder-Einzug: Denn der Spielbetrieb wurde 1872 im Alten Kurhaus beendet. Gleichwohl gilt ihr Ruf, reicht ihre Geschichte - begründet auf die Spanne von 101 Jahren, nämlich von 1771 bis 1872. In der Zeit nach ihrer Wiedereröffnung - und nach 78 Jahren Pause! - gelang es der Spielbank Wiesbaden ihren Ruf zurückzuerobern und auszubauen. Nicht zuletzt wegen der unvergleichlichen Atmosphäre des Hauses sowie des Genius loci.
Dezember Die Brunnen vor dem Kurhaus. Immer im Bild - nie erwähnt. Erbaut wurden die beiden Kaskaden-Brunnen 1856 von einem Sohn der Stadt. Theodor Goetz (1806-1885) studierte Architektur in München und wurde Oberbaurat in Wiesbaden. Von ihm stammen auch das “Paulinenschlößchen” und die “Englische Kirche”. Die Brunnen waren nahezu ein “Abfallprodukt” des sogenannten “Fontänen- Projekts”. Christian Zais, der Erbauer des “Alten Kurhauses”, wollte zu dem Kurhaus (wir denken Rückseite) eine Fontäne errichten. Die Abfolge verschiedenster Umstände wie Feldzüge gegen Napoleon, optimistische Berechnungen des Wasserdrucks, der Tod Zais, die (Neu)-Gestaltung des Kurhaus-Weihers ließen die Errichtung der Fontäne bis 1855 währen. Das Wasser kam aus einem Reservoir auf der Schönen Aussicht, welches zur Wasserversorgung des Paulinenschlößchens (s.o.!) angelegt worden war - und reichte für das Betreiben der beiden wunderschönen dreischaligen Kaskaden-Brunnen, sodaß deren Installation 1856 erfolgen konnte. Außerdem ging es darum, diesen so prominenten Platz optisch und à la mode zu etwas mehr Üppigkeit zu verhelfen. Der schlichte, doch großzügig wirkende, Rasen verschwand, opulente Blumenrabatte und kleine Wege wurden um die beiden Brunnen angelegt. Die aktuelle Begrünung entspricht wieder mehr dem alten Vorbild. Und es steht zu vermuten, dass unsere beiden Kaskaden- Brunnen der Patin Fontäne in Sachen Fotomotiv und Wiedererkennungswert längst den Rang abgelaufen haben.
Alle Bilder: Stadtarchiv Wiesbaden. Dankeschön!
Wiesbaden-Kalender 2019 Wiesbaden-historisch-Kalender 2019 Wiesbaden-Kalender-2019-Kirchgasse Wiesbaden-Kalender-2019-Kureck Wiesbaden-Kalender-2019-Kuckucksuhr Wiesbaden-historisch-Kalender 2019 Kalender-Wiesbaden-2019-Platz der Deutschen Einheit Wiesbaden-Kalender-2019 Kalender-Wiesbaden--2019-historisch Wiesbaden-historisch-Kalender-2019 Wiesbaden-Kalender-2019-Kleinfeldchen Wiesbaden-Kalender 2019 Wiesbaden-Kalender-2019 Wiesbaden-Kalender 2019 Kalender 2019-Wiesbaden-Spielbank Wiesbaden-Kalender 2019 Wiesbaden-Kalender-2019-Bowling Green
Die Erwähnung im Wiesbadener Kurier am14.12.2018: Wir freuen uns!
Die Erwähnung im Sensor Wiesbaden Ausgabe Dezember 2018, S. 38 Wir freuen uns!
Ausverkauft. Schade für Sie. Schön für uns. Herzlichen Dank an alle KäuferInnen und BuchhändlerInnen. Die Kalender für 2020 sind ab Oktober 2019 im Handel. Bleiben Sie uns gewogen!